Projekt Rabstejn

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Ein kalter Luftzug strich durch die unterirdischen Gänge des ehemaligen Arbeitslagers Rabstein, während nur vereinzelte Lichtstrahlen die Dunkelheit durchbrachen. Die Schüler des Goethe-Gymnasiums Sebnitz eilten gemeinsam mit tschechischen Gymnasiasten und englischen Schülern durch die mehrere Meter breiten Tunnelgänge. Wie war es dazu gekommen?

Einige Jugendliche aus der 10. Klasse hatten sich mit Altersgenossen aus Prag und Böhmisch Kamnitz zu einem Projekt über das Grenzgebiet und die Geschichte der Sudetendeutschen zusammengefunden. Im Vordergrund standen Ereignisse, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Region stattfanden.

Zu Beginn wurden die Sebnitzer mit einem Kleinbus über die Grenze nach Ústí nad Labem gebracht. Dort besuchten sie im Stadtmuseum die neu eingerichtete Ausstellung „Unsere Deutschen“. Von der mittelalterlichen Besiedlung Böhmens über die Zeit der Habsburger Monarchie bis in die Neuzeit, von Integration in den tschechischen Staat, Zusammenarbeit und Protesten bis hin zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei – all diese Themen werden dort interaktiv und anschaulich präsentiert. Bevor die Gruppe wieder abreiste, wartete ein kleiner Snack auf die Schüler.

Der nächste Tag hielt für die Jugendlichen ein umfangreiches Programm bereit. Nach einer kurzen Fahrt saßen sie gemeinsam mit den anderssprachigen Schülern im Saal des Kulturhauses von Böhmisch Kamnitz. Neben Vorträgen, Essenspausen und Gesprächsrunden standen auch Diskussionen und Gruppengespräche mit Zeitzeugen auf dem Plan.

Nach dem Mittagessen wurden alle aktiv: Gemeinsam erkundeten sie die Stadt und fuhren anschließend ins idyllische Rabstein-Tal, das durch seine schönen Sandsteinformationen und die Geschichte eines Arbeits- und Konzentrationslagers geprägt ist. Dort nahmen sie an einer Führung durch das unterirdische Konstrukt teil, in dem gegen Ende des Krieges Flugzeuge gefertigt werden sollten. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da die Alliierten vorrückten. Um der Verstorbenen des Lagers zu gedenken und die Geschichte des Tales zu würdigen, gingen die Jugendlichen zu einem nahegelegenen Denkmal. Eine kleine Zeremonie mit Ansprachen, passender Musik auf der Zither sowie dem Niederlegen eines Blumenkranzes und von Kerzen folgte. Nach einem Gruppenfoto und tiefen Eindrücken verließen die Sebnitzer das Tal wieder und traten die Heimreise an.

Am letzten Tag des Projekts hatten die Schüler die Möglichkeit, sich in den Räumlichkeiten des Goethe-Gymnasiums in Sebnitz über das Erlebte auszutauschen. Trotz der Einschränkungen durch den „Tag der Sachsen“ konnten auch die tschechischen und englischen Teilnehmer wieder mitwirken. In Zehnergruppen tauschten sie ihre Eindrücke aus und bearbeiteten verschiedene Aufgaben zum Thema. Den Abschluss bildete nach der Auswertung der Ergebnisse eine Stadtführung in Sebnitz.

Ein besonderer Dank gilt den Organisatoren des Projekts, insbesondere Frau Pisarikova, die das Gymnasium und die Schüler der 10. Klasse herzlich in das Projekt eingebunden hat.

Jakob Hänsel, Dolores Seidel -10. Klasse

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